Jenseits des Mangels

Vortrag Wien 2014

Denkmalpflege, Überfluss und die Zukunft des Bestands

Ich habe einen Lehrstuhl, der unter anderem Denkmalpflege umfasst, allerdings an einer Architekturfakultät. Das ist nicht unwichtig. Ich bin kein Kunsthistoriker, und streng genommen bin ich vermutlich nicht einmal ein richtiger Denkmalschützer. Ich bin Architekt. Wenn ich also über Denkmalpflege spreche, dann spreche ich vor allem über baulichen Denkmalschutz — über Gebäude, über Eingriffe, über Umbau, über Erhalt und über die Frage, wie wir als Gesellschaft mit unserer gebauten Umwelt umgehen wollen.

Ich spreche dabei im Wesentlichen über Deutschland. Denkmalschutz ist hier Ländersache, und im ganz konkreten Fall spreche ich möglicherweise sogar vor allem über Bayern. Dennoch geht es mir nicht um eine juristische Spezialfrage, sondern um ein grundlegendes Problem, das weit über Bayern hinausreicht.

Mich interessieren dabei weniger die unbestritten bedeutenden Denkmäler vergangener Epochen. Mich interessieren vielmehr jene Gebäude, die noch gar keine Denkmäler sind, aber möglicherweise demnächst zu solchen werden: Bauten der sechziger, siebziger und achtziger Jahre, also Architekturen, deren kultureller Wert keineswegs selbstverständlich erscheint und deren ästhetische Akzeptanz oft gering ist.

Gerade an ihnen wird deutlich, dass der Denkmalschutz vor einem grundlegenden Wandel steht.

Die ersten Denkmalschutzgesetze entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als die Zerstörungswut des Revolutionszeitalters auf die bewahrende Haltung der Restauration traf. Der institutionalisierte Erhalt von Baudenkmalen, so wie wir ihn heute kennen, ist dennoch nicht so alt, wie man vielleicht meinen könnte. Das Bayerische Denkmalschutzgesetz etwa stammt aus dem Jahr 1973.

Die Triebfeder aller entsprechenden Bestrebungen war und ist eine bestimmte Angst: die Angst vor dem Verlust bedeutender Zeugnisse. Vor dem Verlust von Gebäuden, die in der Lage sind, Geschichte erfahrbar zu machen. Vor dem Verlust von Substanz, aber auch vor dem Verlust emotionaler Anschlussfähigkeit.

Diese Bedrohung wird allerdings meist erst dann gesellschaftlich sichtbar, wenn der Bestand an schützenswerter Substanz bereits selten geworden oder akut gefährdet ist. Erst der drohende Verlust erzeugt Aufmerksamkeit. Erst der Mangel macht den Wert deutlich.

So gesehen entspringt der Gedanke des baulichen Denkmalschutzes einem Mangel: einem Mangel an Gebäuden, die eine vergangene Zeit bezeugen können, aber auch einem Mangel an Gebäuden, die einen emotionalen Anschluss ermöglichen.

Vom Standpunkt des institutionellen Denkmalschutzes aus betrachtet, ist dieser Notstand Fluch und Segen zugleich.

Ein Fluch, weil die Abwesenheit der zu schützenden Zeugnisse einen schmerzhaften Verlust bedeutet. Ein Segen, weil der Mangel das Defizit offenkundig macht und damit die Notwendigkeit besonderen Schutzes legitimiert. Die Verwaltung seltener Überlieferungsreste rechtfertigt sich fast von selbst.

Genau darin liegt aber auch ein Problem.

Der Mangelzustand entbindet die Denkmalpflege scheinbar von der Notwendigkeit, ihre Auswahlkriterien breit gesellschaftlich zu erklären. Wenn nur noch wenige Zeugnisse vorhanden sind, ist ihr Schutz leicht vermittelbar. Der Mangel garantiert kulturelle Akzeptanz.

In der Geschichte der Denkmalpflege ist es immer wieder gelungen, diesen Notstand produktiv zu machen: zur Entwicklung von Gesetzeswerken, zur Etablierung von Institutionen und zur Formulierung fachlicher Übereinkünfte, die unter dem Eindruck der allgemeinen Bedrohung eine erstaunliche Gültigkeit behaupten konnten.

Wo sonst im Bereich der Architektur gäbe es eine Vereinbarung wie die Charta von Venedig, die seit ihrer Verabschiedung 1964 von keiner relevanten Interessengruppe ernsthaft infrage gestellt wurde?

In der Architektur besitzt die Charta von Venedig bis heute einen wohlklingenden und einflussreichen Namen. Mehr noch: Vermutlich ist sie eines der wenigen Dokumente, auf die sich Architekten überhaupt einigen könnten. Das ist bemerkenswert, denn Architekten können sich normalerweise auf fast gar nichts einigen.

Ich vermute allerdings, dass diese Einigung teilweise auf einem Missverständnis beruht. Die Charta von Venedig ist für Architektur im engeren Sinn, insbesondere für den Hochbau und für neuere Architektur, nur bedingt geeignet. Ihre Forderungen nach Reversibilität, Substanzerhalt und klarer Unterscheidbarkeit sind im Bereich hochhistorischer Restaurierungen plausibel. Im alltäglichen Hochbau bleiben sie jedoch häufig abstrakte Ideale.

Reversibilität ist dort meist ein frommer Wunsch. Auch Substanzerhalt lässt sich in der Baupraxis, in der gleichzeitig Brandschutz, Statik, Energiefragen, Nutzung, Wirtschaftlichkeit und Bauordnung zu berücksichtigen sind, nur eingeschränkt erfüllen. Hochbau ist ein vergleichsweise grobes Geschäft in einem großen Maßstab.

Trotzdem ist der Einfluss der Charta groß und ungebrochen. Viele Grundlagen zur Beurteilung und Behandlung von Denkmälern beruhen bis heute auf Gedanken, die aus ihr abgeleitet wurden.

Auch jenseits solcher formellen Übereinkünfte war der Mangel für die Denkmalpflege lange fruchtbar. Die Zahl der auf ihre Denkmalwürdigkeit zu untersuchenden Gebäude war begrenzt. Deshalb war es vergleichsweise einfach, gesellschaftliche Akzeptanz für ihren Erhalt zu finden.

Solange der Mangel herrschte, musste die Denkmalpflege ihre theoretischen Grundlagen nicht ständig neu erklären. Sie konnte sich in dieser Mangelwirtschaft gut entwickeln. Ihre Akzeptanz ist bis heute in weiten Teilen der Bevölkerung hoch. Zwar herrscht mitunter Unverständnis über konkrete Einzelfälle, aber die grundsätzliche Notwendigkeit der Institution wird kaum bestritten — zumindest dann nicht, wenn es sich um sogenannte historische Bauwerke handelt.

Aktuell jedoch gerät die Denkmalpflege zunehmend in die Defensive.

Das hat damit zu tun, dass die beschriebene Mangelwirtschaft ihr vorläufiges Ende erreicht. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gibt es in Deutschland glücklicherweise keine systematische Zerstörung von Bausubstanz durch äußere Gewalt mehr. Gleichzeitig liefen Neubau, Umbau und bauliche Produktion ungebrochen weiter.

Die direkte Folge ist eine ständig wachsende Zahl architektonischer Zeitzeugen.

Dieser wachsenden Menge potenzieller Denkmäler stehen jedoch sinkende finanzielle Mittel gegenüber — und, vielleicht noch schwerwiegender, eine abnehmende gesellschaftliche Akzeptanz. Dass ein Königsschloss unter Denkmalschutz steht, ist leicht zu vermitteln. Die vermeintlich hässliche Bankzentrale aus den sechziger Jahren hat es deutlich schwerer.

Dabei geht es nicht nur um Geschmack. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie eine Gesellschaft entscheidet, welche Teile ihrer jüngeren Vergangenheit bewahrt werden sollen.

Die Denkmalpflege wird in solchen Fällen häufig als kunsthistorisch argumentierende, lebensferne Wissenschaft wahrgenommen, die sich mit fachlichen Argumenten dem gesellschaftlichen Diskurs entzieht. Bei mittelalterlichen Kirchen oder barocken Schlössern wird ihr dieser Wissensvorsprung zugestanden. Bei Bauten der Nachkriegsmoderne wird er sehr viel vehementer angezweifelt.

Das ist nicht überraschend.

Je näher ein Gebäude unserer eigenen Gegenwart steht, desto weniger selbstverständlich erscheint seine historische Bedeutung. Die Distanz fehlt. Die emotionale Ablehnung ist oft noch lebendig. Viele dieser Gebäude sind nicht von der Aura des Alten geschützt. Sie wirken nicht ehrwürdig, sondern schwierig, kalt, banal oder hässlich.

Genau deshalb wird bei ihnen der gesellschaftliche Diskurs mit größerer Vehemenz eingefordert.

Es besteht die Gefahr, dass die Denkmalpflege ihre Auswahlkriterien nicht ausreichend offenlegen kann — nicht aus bösem Willen, sondern weil diese Kriterien für die neue Situation nur unzureichend entwickelt sind. Die theoretischen Grundlagen stammen aus einer Zeit, in der es um bedrohte, seltene, oft handwerklich gefertigte historische Zeugnisse ging. Nun aber geht es um eine potenziell riesige Menge industriell, seriell oder technisch geprägter Bauten der jüngeren Vergangenheit.

Man könnte nun auf den natürlichen Lebenszyklus von Immobilien vertrauen und hoffen, dass die meisten dieser Gebäude verschwinden, bevor sich die Frage ihres Denkmalwerts stellt. Eine verantwortungsvolle Denkmalpflege kann das jedoch nicht ernsthaft wollen. Denn es sollte nicht darum gehen, zufällig übrig gebliebene Gebäude zu schützen, sondern die relevanten Zeitzeugen einer Epoche.

Die schiere Fülle potenzieller Denkmäler erzwingt also eine Selektion, die in den traditionellen Grundannahmen des Denkmalschutzes so nicht vorgesehen war.

Ob die bisherigen Auswahlmechanismen dafür ausreichen, erscheint zweifelhaft. Zu groß, zu unübersichtlich und zu heterogen ist der Bestand an möglichen Schutzobjekten. Zudem ist der überlieferte Kriterienkatalog auf neuere Architektur nur bedingt abgestimmt.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Wenn wir es mit CO₂-Einsparung und Ressourcenschonung ernst meinen, wird in Zukunft wesentlich weniger abgebrochen werden können. Sehr viel mehr Gebäude werden erhalten bleiben müssen. Mit der Zahl der erhaltenen Gebäude wächst aber wiederum auch die Zahl potenzieller Denkmäler.

Die Denkmalpflege wird also nicht nur mit dem Überfluss an möglichen Schutzobjekten konfrontiert, sondern mit einer grundsätzlich neuen Kultur des Erhaltens.

Doch nicht nur die Auswahlkriterien stehen unter Druck. Auch die Techniken und Grundbegriffe der Denkmalpflege geraten ins Wanken.

Traditionell ist Denkmalpflege handwerklich geprägt. Das ist verständlich, denn sie hatte es über lange Zeit vor allem mit handwerklich gefertigten Gebäuden zu tun. Steine, Putze, Hölzer, Dächer, Fenster, Beschläge, Malereien und Fassungen konnten restauriert, repariert, ergänzt oder gesichert werden.

Die Bautechnik der letzten Jahrzehnte hat sich jedoch weit von diesen handwerklichen Wurzeln entfernt. Neuere Gebäude bestehen häufig aus industriellen Produkten, Systemfassaden, Verbundmaterialien, Dichtungen, Beschichtungen, technischen Komponenten und seriellen Elementen. Viele dieser Bauteile sind nicht dafür gedacht, repariert oder restauriert zu werden. Sie werden ausgetauscht.

In der Folge entziehen sich neuere Gebäude einer klassischen handwerklichen Restaurierung weitgehend — nicht weil man sich zu wenig bemüht, sondern weil sie gar nicht handwerklich hergestellt wurden.

Gerade daraus ergibt sich bei neueren Gebäuden eine Differenz zwischen Schein und Sein, die an die Grundfesten einer authentizitätsgetriebenen Denkmalpflege rührt.

Um dieses Problem zu beschreiben, könnte ein Begriffspaar aus der Biologie hilfreich sein: Genotyp und Phänotyp.

Der Genotyp bezeichnet die genetische Ausstattung eines Organismus, also seine innere, substanzielle Identität. Der Phänotyp dagegen bezeichnet die Summe seiner beobachtbaren Merkmale, also das Erscheinungsbild.

Übertragen auf Architektur könnte man sagen: Der Genotyp eines Gebäudes wäre seine materielle Substanz, seine ursprüngliche Konstruktion, sein tatsächlicher stofflicher Bestand. Der Phänotyp wäre sein Erscheinungsbild, seine Gestalt, seine Lesbarkeit im öffentlichen Raum.

Eine Denkmalpflege, die stark auf Substanz setzt, argumentiert genotypisch. Sie fragt nach dem originalen Material, nach der erhaltenen Konstruktion, nach Authentizität im stofflichen Sinn.

Das ist bei vielen historischen Gebäuden plausibel. Bei neueren Gebäuden wird es jedoch kompliziert.

Ein Gebäude kann seine materielle Substanz weitgehend behalten und dennoch seine Erscheinung vollständig verlieren. Die energetische Sanierung ist dafür ein gutes Beispiel. Wenn ein Haus hinter einem Wärmedämmverbundsystem verschwindet, bleibt der ursprüngliche Baukörper möglicherweise in seiner Substanz erhalten. Genotypisch wäre das Gebäude noch vorhanden. Phänotypisch aber ist es verschwunden.

Umgekehrt kann ein Gebäude sein Erscheinungsbild erstaunlich genau bewahren, obwohl seine originale Substanz weitgehend ersetzt wurde. Das gilt etwa für die Sanierung einer Vorhangfassade aus den fünfziger Jahren. Die schmalen Profile, die Proportionen, die Leichtigkeit und die technische Eleganz der Entstehungszeit lassen sich oft mit heutigen Anforderungen kaum vereinbaren. Wenn man die Fassade technisch ertüchtigt, sieht sie danach häufig anders aus. Wenn sie ähnlich aussehen soll, muss sie unter Umständen ersetzt werden. Dann ist die Substanz verloren, aber der Phänotyp bleibt.

Polemisch könnte man sagen: Die praktische Denkmalpflege im Hochbau argumentiert häufig genotypisch, um am Ende ein phänotypisches Ergebnis zu erzielen.

Das kann auf Dauer nicht gut gehen.

Denn in der gesellschaftlichen Diskussion wird der Phänotyp vermutlich viel stärker wahrgenommen als der Genotyp. Die Öffentlichkeit erlebt Gebäude über ihre Erscheinung, ihre Präsenz, ihre Atmosphäre und ihre Rolle im Stadtraum. Die verborgene Substanz ist oft nur schwer kommunizierbar.

Gleichzeitig darf Denkmalpflege nicht einfach zur Rekonstruktion werden. Wenn nur noch die äußere Erscheinung zählt, wird der Denkmalbegriff beliebig. Dann ließe sich jedes Gebäude durch ein ausreichend ähnliches Bild ersetzen.

Genau hier liegt eine der zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre: Die Denkmalpflege muss neue Begriffe finden, um zwischen Substanz, Erscheinung, Gebrauch, Erinnerung und ökologischer Verantwortung vermitteln zu können.

Ich fürchte, dass die bekannten Argumentationspfade dafür nicht ausreichen. Auf den Denkmalschutz rollt eine Lawine ungelöster Probleme zu.

Doch seien wir ehrlich: Die Bewertung von und der Umgang mit Bestandsbauten sind nicht nur Probleme der Denkmalpflege. Für die gesamte Bau- und Immobilienwirtschaft werden diese Fragen in den kommenden Jahrzehnten zentral werden.

Spätestens wenn wir die gesellschaftlich überlebensnotwendige Forderung nach CO₂-Einsparung ernst nehmen, muss die Zahl der erhaltenen Gebäude steigen. Damit rücken neben materiellen Werten auch immaterielle Werte in den Fokus: Erinnerung, Identität, Atmosphäre, Gebrauchsgeschichte, stadträumliche Kontinuität.

Keine Krise ohne Chance.

Gerade jenseits des Mangels könnte in der Demokratisierung der Diskussion um Bestandsbauten eine große Chance für eine neue Denkmalpflege liegen.

Denn wer sollte diese Diskussion führen, wenn nicht die Denkmalpflege?

Wenn wir über Neubauvorhaben sprechen, geschieht dies häufig in relativ kleinen Gremien: Wettbewerbsjurys, Gestaltungsbeiräten, Bauausschüssen. Die Bewertung nicht existierender Gebäude erfolgt anhand von Modellen, Renderings, Skizzen und Plänen. Diese Verfahren sind fachlich oft sinnvoll, aber gesellschaftlich nur schwach legitimiert.

Im Bereich des Denkmalschutzes dagegen gibt es eine gesetzlich verfasste Form der Diskussion über real existierende Gebäude. Bei genauer Betrachtung ist dies sogar eine der wenigen Formen architektonischer Entscheidungsfindung, deren Träger rechtlich legitimiert und deren Prozesse grundsätzlich nachvollziehbar sind.

Angesichts der steigenden Bedeutung des Bestands liegt genau darin ein herausragender Vorteil.

Wenn es der Denkmalpflege gelingt, die neuen Anforderungen aufzunehmen, könnte sie zum Motor einer breiteren Architekturdiskussion werden. Nicht als rein bewahrende Institution, sondern als gesellschaftliches Instrument zur Bewertung gebauter Umwelt.

Dazu müsste sie allerdings ihre Kriterien durchschaubarer machen. Sie müsste erklären können, warum bestimmte Gebäude erhalten werden sollen und andere nicht. Sie müsste stärker zwischen historischer Bedeutung, gestalterischer Qualität, sozialer Erinnerung, technischer Innovation, ökologischer Vernunft und stadträumlicher Relevanz unterscheiden.

Die ursprünglichen Ziele der Denkmalpflege bleiben wichtig: Geschichte erfahrbar machen, Tradition erlebbar halten, Substanz bewahren. Aber angesichts der veränderten Rahmenbedingungen muss dieses Vokabular erweitert werden.

Es geht künftig nicht mehr nur darum, seltene Zeugnisse vor dem Verschwinden zu retten. Es geht darum, innerhalb einer neuen Fülle von Bestandsbauten Kriterien für Erhalt, Veränderung und Aneignung zu entwickeln.

Denkmalpflege müsste also nicht nur sagen, was nicht verändert werden darf. Sie müsste auch sagen, wie Veränderung möglich ist.

Sie müsste Maßgaben für die Anpassung unserer Gebäudebestände formulieren, die im gesellschaftlichen Diskurs mehrheitsfähig sind. Sie müsste akzeptieren, dass Erhalt nicht Stillstand bedeutet und dass Veränderung nicht automatisch Verlust ist.

Wenn ihr das gelingt, könnte Denkmalpflege zu einem Diskursinstrument werden, das die Bedeutung unserer gebauten Umwelt in die Mitte der Gesellschaft trägt.

Jenseits des Mangels, der sie einst legitimiert hatte, winkt ihr dort eine große Zukunft.